VERANSTALTUNGEN

Soviel Liebe wie du brauchst
BildungsZentrum St. Benedikt, Seitenstetten
24.01.2020 - 19:00 Uhr
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Barockmusik Orgelkonzert
11.06.2020 - 19:00 Uhr
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Einlassen und Wahrnehmen
Frau Sr. Huberta Rohrmoser
17.08.2020 - 19:00 Uhr
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Hoffnungen für Menschen in Europa

v. l. n. r.: Weihbischof Dr. Anton Leichtfried, Moderator Dr. Rainald Tippow, Referent Johannes Kaup, Obfrau Mag.a Angela Lahmer-Hackl, Mag. Johann Wimmer, Direktor der Pastoralen Dienste, Gerald Danner, Geschäftsführer und Mag. Andreas Geiger, Pädagoge.

 

Jahrestagung des Katholischen Bildungswerkes der Diözese St. Pölten

Kurz vor der Europawahl, in Zeiten großer Veränderungen und spürbar mehr werdender Kritiker des Friedensprojektes Europa, hat das Katholische Bildungswerk der Diözese St. Pölten das Thema „Hoffnungen für Menschen in Europa“ zum Jahresschwerpunkt ausgewählt. Auftakt dazu bildete die jährliche Jahrestagung, die am 27. April 2019 in St. Pölten stattfand. Hauptreferent war Johannes Kaup, Moderator und Sendungsgestalter bei Ö1, der gleich zu Beginn mit einem Perspektivenwechsel darstellte, wie privilegiert die Menschen, die in Europa geboren sind, doch sind – und wie glücklich sie eigentlich sein müssten. 75 Jahre Frieden, eine beispiellose, soziale Versorgung, die Kooperation der Staaten, die Einhaltung rechtlicher und politischer Standards – dafür werden wir weltweit bewundert und beneidet. Doch scheint das System fragil wie nie, da kritische Stimmen lauter werden. Die Rolle der ChristInnen, deren Werte und welche Hoffnungen aus dem Glauben abzuleiten sind, veranschaulichte er fiktiv, rückblickend aus dem Jahr 2050. Er zog mit seinen Ausführungen die ZuhörerInnen in den Bann, die eineinhalb Stunden seinen spannenden Ausführungen lauschten.

In acht verschiedenen Workshops am Nachmittag wurde weiter zur Tugend der Hoffnung gearbeitet, diese boten sehr konkrete Ideen zum Mitgestalten für jede/n Einzelne/n. Zur Auswahl standen „Christliche Hoffnungen für Europa“, „Weitgehen ist heilsam“, „Nachhaltig handeln – Lebensqualität steigern“, „Visionen zu Europa“, „Wer aber ist mein Nächster“, „Freiwilligendienst in Ländern des Globalen Südens“, „Am Verhandlungsort gesellschaftlichen Zusammenlebens“ und „Emmaus: Soziales Engagement aus einer christlichen Spiritualität“

 

kbw-Jahrestagung - Ehrungen
Langjährige BildungswerkleiterInnen geehrt - Credits: Karl Lahmer
v. l. n. r.: Obfrau Mag.a Angela Lahmer-Hackl, Franz Stiefsohn, Adi Gertraud Trimmel, Dr. Erwin Lasslesberger, Maria SWimmer, Franz Polak, Gabriele Libowitzky, Ing. Johann Pittl, Geschäftsführer Gerald Danner

 

Ehrung langjähriger BildungswerkleiterInnen

Am späten Nachmittag fand in der Generalversammlung auch die Ehrung langjähriger Mitglieder statt; dieses Jahr wurden Dr. Erwin Lasslesberger, Gabriele Libowitzky und Franz Polak für 10 Jahre ehrenamtlicher Tätigkeit bedankt; Adi Gertraud Trimmel erhielt das Ehrenzeichen des Hl. Hippolyt in Bronze für 25 Jahre als Bildungswerkleiterin; Maria Wimmer und Franz Stiefsohn bekamen die kbw-Ehrennadel in Silber mit Dankesurkunde und Ing. Johann Pittl überreichten Mag.a Angela Lahmer-Hackl, Obfrau, und Gerald Danner, Geschäftsführer die kbw-Ehrennadel in Gold mit dem bischöflichen Dank- und Anerkennungsschreiben für 40 Jahre ehrenamtlicher Tätigkeit als Bildungswerkleiter.

 

Der inhaltliche Schwerpunkt | Hoffnungen für Menschen in Europa

Europa ist das umfassendste und nachhaltigste Friedens- und Wohlstandsprojekt, das es je auf unserem Planeten gegeben hat. Auf diesem Kontinent leben Millionen Menschen in Freiheit und Frieden, es gibt Bildung, medizinische Versorgung, Wohlstand, ein funktionierendes Rechtssystem – Menschen außerhalb Europas schauen auf uns und denken, wie glücklich die Europäerinnen und Europäer doch sein müssten.

Mit diesen Worten stieg Johannes Kaup, Moderator und Sendungsgestalter bei Ö1 als Hauptreferent der Jahrestagung des Katholischen Bildungswerkes der Diözese St. Pölten in das Tagesthema ein.  Die Menschen in Europa sind privilegiert, dies unterstrich der klare und ergreifende Einstieg von Johannes Kaup. Angeregt zum Perspektivenwechsel hatte ihn ein Jordanier, den er kürzlich zum Gesprächspartner hatte. Stolz und Traurigkeit gleichzeitig hätten seine Worte bei ihm ausgelöst, erzählte der Referent – er dachte an die Tagesthemen, mit den wir „Glücklichen“ uns beschäftigen: Brexit, Gelbwesten, politische Allianzen, die sich gegen die EU aussprechen und Parteien, die zuerst die eigene Nation wichtig nehmen.

 

Das Projekt Europa steckt in der Krise, Hoffnung gibt, dass das was Europa aktiv macht, in den Wurzeln des Christentums beheimatet ist. Kaup zitierte Philosophen und den Apostel Paulus und leitete ab:
1. Der christliche Glaube propagiert Freiheit

  1. Der christliche Glaube propagiert Unabhängigkeit von Geburt
  2. Der christliche Glaube propagiert unantastbare Würde
  3. Der christliche Glaube befreit von der Macht des Faktischen – wir werden nicht auf das Jenseits vertröstet, sondern Gott ist schon mitten unter uns; wie ein Sauerteig – wir sollen sehen, verstehen und daran arbeiten.

 

„Hoffnung ist das Prinzip der Ausdauer, eine Art und Weise, trotz großer Bedrängungen am Glauben festzuhalten. „Ich bin der ich bin da – ich war und ich werde für euch da sein“ - Hoffnung - vom Schöpfer nicht im Stich gelassen zu werden;

Europa braucht fundamentale, narrative Hoffnung – ist und war Europa doch selbst ein Kind der Hoffnung“, so Kaup. Chancen auf einen Neuanfang sieht Kaup darin, wenn Menschen wieder auf ihre eigenen Ressourcen vertrauen – auf ihre Arbeitskraft, auf ihr Wissen, auf ihr Können, auf ihre Kreativität und auf ihren Glauben.